Kölnische Rundschau, von Kirsten Röder, 25.10.2012

Zertifizierter Knigge-Trainer
Auf der Kleeburg wird gutes Benehmen geschult

Wer sich fragt, wie man korrekt eine Suppe löffelt und dies auch seinen Kindern vermitteln will, ist bei der Knigge-Gesellschaft in guten Händen. Es gibt sogar IHK-zertifizierte Benimm-Trainer. Der Bedarf an Knigge ist offenbar enorm.

Weidesheim - Manchmal sieht man sie im Restaurant verstohlen nach links oder rechts blicken, die Ratsuchenden, die nicht so genau wissen, ob man bei Tisch den Teller zum Auslöffeln der Suppe kippen darf oder nicht?

Tosca Freifrau von Korff, Präsidentin der Knigge-Gesellschaft für Moderne Umgangsformen (KGMU), weiß in dieser Situation Rat als Fachfrau für gutes Benehmen. „Selbstverständlich darf der Teller nicht gekippt werden, wenn man sich kniggologisch korrekt verhalten möchte“, so die Expertin: „Ansonsten fasst man das andere Geschirr beim Essen auch nicht an, nur das Besteck.“

Allerdings gibt es wie immer konkrete Ausnahmen von der Regel: die Kaffee-, Tee- und Suppentassen. Eine Suppentasse mit Henkel dürfe man auch mal schräg halten beim „Suppe auslöffeln“. Allerdings nur eine klare Suppe! So heißt es demnach richtig: Hände weg bei Suppen mit Einlage. Letztendlich geht es der Knigge-Gesellschaft mit solchen Empfehlungen nicht darum, starre Regeln zu setzen, sondern im Sinne von Knigge ein sympathisches Auftreten zu fördern, das den freundlichen Umgang miteinander erleichtert.

Der Bedarf an Knigge sei enorm. „Wir gehen mit unseren 24 Trainern in Schulen, Kindergärten und Betriebe, um das Wissen weiter zu geben“, so Freifrau von Korff. Zur weiteren Verbreitung des „guten Benehmens“ ist die Knigge-Gesellschaft eine ganz besondere Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln eingegangen. Zukünftig bieten sie gemeinsam ein neues, bundesweit einmaliges Ausbildungsmodell an: die Zertifizierung zum Knigge-Trainer.

Trainer gehen auch in Schulen

Im ersten Teil durchläuft der Teilnehmer drei Wochenend-Seminare auf der Kleeburg zum Knigge-Experten. Dabei werden spezifische Werte zur Tischkultur, Kommunikation und zur richtigen Kleidung vermittelt. Um später methodisch und didaktisch wertvoll das erworbene Knigge-Wissen an den Mann, Frau oder Kind bringen zu können, satteln die Teilnehmer bei der IHK den „Train the Trainer“-Schein obendrauf. „Die erste kombinierte Knigge-Trainer-Ausbildung startet Anfang Februar 2013, die Prüfung ist im Mai bei der IHK-Köln“, erklärt Christiane Plöger, bei der KGMU verantwortlich für die Ausbildung. Anmeldungen sind ab November 2012 möglich.

Um nicht nur den Menschen in Deutschland ein freundlicheres Leben zu ermöglichen, hat sich die KGMU aktuell zu einer weiteren Kooperation mit der vom Kinderarzt Dr. Sven Volkmuth ins Leben gerufenen Charity-Gesellschaft „Chance for growth“ entschlossen. 24 Trainer werden am Weltkindertag 2013 in die deutschen Klassenzimmer gehen und das Gratisseminar „Kinder-Knigge“ anbieten. Freiwillige Spenden kommen den Kindern auf den Philippinen, in Thailand und Indien zu Gute. „Mit diesen Spenden werden wir verschiedene Projekte wie die medizinische Versorgung oder wichtige Schulpatenschaften weiter fördern“, erläutert Volkmuth. Denen zu helfen, denen es schlechter geht – lautet in diesem Fall die gemeinsame Maxime.

www.knigge-modern.de

 


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Benimmregeln

Kooperation unterzeichnet: Henriette Niecknig (IHK Köln, Leiterin Bildungszentrum) und die Präsidentin der Knigge-Gesellschaft, Tosca Freifrau von Korff (r.)